Rotwein wird neben ein Glas auf eine weiße Tischedecke geschüttet

Was dich stärkt, wenn du scheiterst

ZOYA und die Chancen • Teil 3 / 4
by Anna
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Inhaltsverzeichnis

Der Schreck des Versagens

Scheitern ist schrecklich. Es durchkreuzt deine Wünsche. Und kann deine Existenz bedrohen.

Das kann man nicht weichspülen.

Selbst wenn sich im Nachhinein Sinn finden lässt. Egal, ob du vielleicht etwas daraus lernst oder sonst ja nie XY begegnet wärst.

Scheitern ist überall.

Du kannst dich nicht davor bewahren. Es wird passieren. Irgendetwas wird nicht funktionieren.

Aber genauso sicher wirst du mit den Konsequenzen klarkommen. Auch mit den großen.

Wirklich?

Ja! Wenn du aus deiner Mitte heraus Zugang zu deiner Stärke hast. Und die hast du, wenn du im Scheitern deine Lebendigkeit findest.

Wie das geht?

Fangen wir von vorne an:

Frau die am Strand zu einem Rückwärtssalto ansetzt

Was das Scheitern zum Problem macht

Scheitern bedeutet, dass deine Vorhersage und dein Plan nicht mit dem zusammenpassen, was du zukünftig erlebst.

Als Kind ist es die Sandburg, die von der Flut weggetragen wird. Dann die miese Klausur. Dann der Rosenkrieg nach dem Traum vom harmonischen Zusammenleben. Und jeden Tag die kleinen und großen Zwischenfälle, die dir für immer zeigen werden: Das Leben ist zu unberechenbar für jeden Plan.

Aber das ist ja gar nicht das Problem. Pläne lassen sich anpassen. Scherben lassen sich zusammenkehren. Lösungen lassen sich finden. Es sei denn, man weigert sich und man macht ein Problem daraus:

Die deutsche Angst vor dem Versagen

Eine Kultur wie die deutsche, hält sich an die Tradition und empfiehlt: „Tue nur, wobei du dir ganz sicher sein kannst“. Im Kern heißt das: du brauchst Kontrolle, über etwas, das du nicht kontrollieren kannst.

Besonders klar zeigt sich die deutsche Abneigung gegenüber Risiko im Kontext von Unternehmensgründungen. In einer Studie der Universität Hohenheim sind rund zwei Drittel der Befragten zumindest eher der Meinung: „Man sollte kein Unternehmen gründen, wenn das Risiko des Scheiterns besteht“. Das ist irrwitzig, denn selbstverständlich besteht dieses Risiko immer (s. Quelle 1).

Ganz besonders negativ beurteilt wird alles, was zum Scheitern beiträgt und im Einfluss der*des Gründerin*s steht (s. Quelle 1). Das heißt konkret: Etwas mit offenem Ausgang zu testen ist nicht gewünscht! Das positive Ergebnis muss von vornherein feststehen. Tschüß Kreativität!

Frau stützt mit niedergeschlagener Mimik Kopf in Hand

Etwas auszuprobieren wird damit automatisch ein hochmütiges Projekt. Und statt den hohen Mut zu feiern, versinken wir im Drama des Falls – sogar noch bevor etwas passiert ist. Ganz ehrlich: Danke für nichts!

Schluss mit Selbstsabotage – unterstütze dich selbst!

Wie kannst du es anders machen?

Verabschiede solche Überzeugungen!

Aber du wirst dabei auf die Probe gestellt werden. Denn dein Umfeld und sogar Menschen, die dich nicht kennen, werden dir vorwerfen, du hättest es besser wissen müssen:

  • „Das war aber auch leichtsinnig“.
  • „Das war ja am Anfang schon abzusehen“.
  • „Dass du immer wieder die gleichen Fehler machen musst?!“.
  • „Wieso machst du es nicht wie deine Schwester?“.

Vielleicht sagen sie es dir nur indirekt. Vielleicht lästern sie nur hinter deinem Rücken. Vielleicht denken sie es nur. Aber solche Kritik wird auftauchen. Und falls dir das nicht passiert: wunderbar, du einzigartiger Glückpilz ;-)!

Aber falls doch: dann gilt es achtsam zu sein. Vermutlich wirst du nämlich dem Drang widerstehen müssen, zu glauben, was andere sagen. Und manchmal wirst du es ein bisschen glauben. Meistens sogar zu einem sehr großen Teil. Dadurch wirst du dich schämen, schuldig und dumm fühlen. Genau wie alle anderen übrigens!

Das lässt dich erschöpft und niedergeschlagen zurück. Und das Feedback für dich selbst bleibt: du darfst nicht scheitern! Denn du bist scheinbar zu schwach dafür, mit dem Scheitern umzugehen.

Aber das stimmt nicht!

Scheitern gehört dazu. Es ist in Ordnung zu scheitern. Und du kommst damit klar, denn du bist stark genug dafür.

So funktioniert das:

Frau im dunklen Wasser hält sich Hände vors Gesicht

Das Versagen spüren lernen

Gefühle fühlen

Lerne die volle Wucht deiner Gefühle zu fühlen und bleibe dabei auf deiner Seite stehen. Innerlich und äußerlich. Wenn du dir selbst in den Rücken fällst, schwächst du dich.

Wenn dir das gelingt,:

  1. musst du dich, nicht mehr um Scham, Schuld und Angst sorgen – damit lässt sich umgehen. Der Schreck des Versagens ist kein Problem mehr. Es ist vielleicht nicht angenehm. Aber auch nicht mehr so unerträglich, dass du dich davor verstecken musst.
  2. hast du deine kreativen Kapazitäten frei, um Lösungen zu finden für wichtige Auswirkungen des Scheiterns (z. B. finanziell).

Vielleicht werden mit der Zeit auch Scham und andere Emotionen gar nicht mehr so stark auftreten. Das ist aber etwas, das sich von allein ergeben wird. Und je einfacher du mit deinen Gefühlen umgehen kannst, desto weniger interessant wird das Ziel nur etwas Bestimmtes zu fühlen.

Das Gute ist, dass wir ständig scheitern und wir deswegen täglich üben können. Und wenn wir das tun, verlernen wir allmählich das „große Scheitern“ zu fürchten. Jedes Mal, wenn du etwas nicht so ist, wie du es dir vorgestellt hast, spüre das Scheitern.

Starke Frau in Bikini steht in hohen Wellen

So lernst du lebendig zu scheitern

Gefühle fühlen lernen, ist eine tägliche Praxis. Sie findet in deinem Körper statt. Emotionen sind körperlich.

Hier eine Anleitung zum Ausprobieren:

  1. Innehalten.
    Sobald etwas nicht funktioniert, wie gewünscht.
  2. Körper spüren.
    Was spürst du in deinem Körper?
  3. Boden spüren.
    Spüre, wie deine Füße den Boden berühren und wie der Boden deine Füße berührt.
  4. Atmen.
    Weiter atmen und weiter spüren.
  5. Bewege dich.
    Hüpfen, tanzen, schütteln. Hauptsache, dein Körper bleibt in Bewegung. Und du atmest und du spürst.
  6. Beobachten.
    Was verändert sich?

Es ist wie, wenn du im Meer stehst und die Wucht der Wellen durch dich hindurch fließen lässt. Wenn du die Welle ignorierst, wird sie dich umwerfen. Wenn du dich unbeweglich und steif werden lässt auch. Wenn du flexibel und weich bleibst, kannst du in sie hinein tauchen, dich einmal herumwirbeln lassen und dich wieder sanft auf die Füße stellen lassen.

Probiere es aus. Scheitern ist erlaubt!

Wenn du dir dabei Rückhalt wünscht, buche einen Termin mit mir.

Quelle

Weiter geht es mit...

Lernen ist dein Joker für mehr Selbstvertrauen – lies mehr in Teil 1 dieser Serie. Wie überwindest du Enttäuschungen? Das erfährst du in Teil 2 dieser Serie. Und wie geht es dir mit dem Älterwerden? In Teil 4 lernst du, wie es dir gelingt, das Alter nicht mehr zu fürchten.

Wie du durch Lernen dein Selbstvertrauen stärkst
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Eine Aufgabe für dich: Merke dir die nachfolgenden Ziffern in der richtigen Reihenfolge. Du hast 30 Sekunden. Los geht’s: 0 9 8 3 4 8 1 7 8 3 4 1 9 0 3 5 8 7 1 3 5 8 7 1 3 9 4 5 8 7 1 3 9 8 5 7 2 7 6 6 1 5 6 2 4 5 3 1 0 8 9 7 4 5 6 7 2 5 8 4 9 2...Ok, das war nicht ganz fair…du heißt ja nicht Wei Qinru.

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„Du spinnst doch! Deine Erwartungen kann kein Mensch erfüllen.“ Tränen, Verzweiflung, laute Worte. Wohin jetzt mit den enttäuschten Erwartungen? Google hat sofort den passenden Ratschlag gefunden: Enttäuschung macht unglücklich. Und weil Enttäuschungen von unerfüllten Erwartungen kommen, sollte man lieber gar keine Erwartungen mehr haben. Ist das sinnvoll?

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Obwohl das Altern einen Einfluss auf deinen Körper und dein Erleben hat, hast du die Wahl deinen Fokus zu lenken. Altern ist Veränderung, nicht bloß Zerfall. Altern kann unangenehm sein. Daran besteht kein Zweifel. Für einen frischen Blick auf das Alter brauchen wir biologische Bedingungen nicht zu romantisieren. Aber wir können sie uns genauer ansehen und uns überraschen lassen:


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