Langhaarige Frau sitzt in der Hocke auf Sandboden und lässt sich Sand von einer Hand in die andere rieseln

Was ist somatisches Coaching?

ZOYA und der Körper
by Anna
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Somatisch bedeutet körperorientiert

Was denkst du so, wenn du körperorientiertes Coaching hörst? Sport, Massage, Yoga - muss man sich da ausziehen?

Nein. Für somatisches Coaching bei ZOYA geht es darum, den Körper wahrzunehmen. Und diese Wahrnehmung ernst zu nehmen. So dass unser Körper nicht mehr unser Feind ist. So dass wir nicht mehr ständig gegen ihn kämpfen.

Damit wir in unserem Körper wohnen können. Dann erst werden wir nämlich wieder ganz lebendig. Und so ganz nebenbei auch noch glücklich…

Heißt das, wir gucken deinen Körper an? Naja, nicht ganz.

Nur dabei oder mittendrin

Es gibt zwei Wege mit Körperwahrnehmung zu arbeiten: von außen oder von innen.

Von außen können wir uns z. B. vor den Spiegel stellen oder an unserem Körper entlang streichen. Lange Haare, kurze Haare, große Füße, kleine Füße usw.. Das Grobe kriegen wir alle noch ganz gut hin.

Das Feine fällt uns schon manchmal gar nicht so leicht. Sind meine Schultern etwas gebeugt? Ist mein linkes Bein mehr nach außen gedreht, als das rechte? Seit wann sind meine Pobacken so verspannt? Da kommen wir ZOYAs somatischem Coaching schon etwas näher.

Richtig interessant wird es, wenn wir von innen mit dem Körper arbeiten. Das bedeutet, in den Körper hinein zu spüren. Kannst du deine Augen schließen und deinen kleinen Zeh von innen spüren?

Und ich meine nicht das Bild, das du vor deinem inneren Auge hast, wenn du an ‚kleiner Zeh‘ denkst. Sondern die Empfindung, die du von deinem kleinen Zeh empfangen kannst.

Sollte es dir nicht gelingen, eine Empfindung wahrzunehmen: sorge dich nicht! Es ist eine Frage der Übung…

Ansicht nackter Füße mit dunkel ackierten Nägeln und einer Hand von Person, die auf weißem Felsen an grobem Kiesstrand sitzt

Gespräche mit dem Körper

Unser Körper spricht in seiner eigenen Sprache mit uns. Und zwar ständig: Mit feinen Signalen beeinflusst er uns buchstäblich in jeder Sekunde unseres Lebens. Er lenkt damit unser Befinden, unsere Entscheidungen, unsere Gewohnheiten, unser ganzes Sein. Hast du das schon mal beobachten können?

Erst dein Körper erzählt uns, was etwas für dich wirklich bedeutet. Das geht weit über die Bewertungen deines Verstandes hinaus. Und damit auch meistens weit über das, was wir einander erzählen.

In Gesprächen versuchen wir oft kognitiv etwas zu lösen, dem wir kognitiv nicht gewachsen sind. Z. B. kann dein Verstand den neuen Job super finden; trotzdem ist dir jedesmal übel, wenn du dein Büro betrittst. Jetzt mit dem Verstand eine Lösung finden zu wollen, frustriert uns unvermeidlich. Es laugt uns aus.

Wir wollen bei ZOYA | COACHING nicht der Versuchung erliegen, an der kognitiven Oberfläche zu bleiben. Darum tauchen wir in unseren Gesprächen regelmäßig eine Ebene tiefer: wir prüfen, was dein Körper zu dem sagt, was du sagst.

Seitliches Portrait kurzhaariger Frau mit geschlossenen Augen vor grünen Blättern

Warum wir unseren Körper nicht spüren

Klingt ja erstmal einfach. Wieso fällt es uns praktisch trotzdem oft so schwer, den Körper zu spüren? Und wenn es so wichtig ist - müsste es uns nicht leicht fallen, unserem Körper zu lauschen?

Es fällt uns eigentlich leicht. Eigentlich. Uns stehen leider meistens zwei Hürden im Weg:

Das ist erstens unsere Geschichte. Damit ist gemeint, was wir erlebt haben in unserem Leben.

Zweitens ist es unsere Umgebung, die Gesellschaft, in der wir leben.

Unser Körper in der Vergangenheit

Es gibt keinen Grund, unseren Körper nicht mehr zu spüren. Außer es scheint zu gefährlich für uns. Klingt erstmal seltsam, nicht?

Kein Leben kommt ohne verletzende, schlimme Erlebnisse aus. Das ist an sich auch gar nicht so schlimm - denn das Leben geht ja weiter und schlechte Zeiten gehen vorüber. Theoretisch.

Praktisch bleiben wir meistens in den schlechten Zeiten hängen. Und zwar nicht, indem wir nur noch missgelaunt von unserer Vergangenheit reden. Was ich meine, ist körperlich.

Unser Körper bleibt an Erinnerungen haften. Sie sind präziser und reichen zurück bis vor unsere Geburt. Uns ist davon wenig bewusst. Unser Körper erzählt mit seinen Signalen aber unablässig von den alten Zeiten.

So bleiben wir als ganzes Wesen in der Vergangenheit hängen. Manchmal ohne es zu merken.

Seitliche Ansicht von Frau mit schwarzem Trägerhemd und mit schwarzem Tuch verbundenen Augen vor schwarzem Hintergrund

Erlebnisse sind körperlich

Wir stecken z. B. in unserer Kindheit fest. Das Beispiel wähle ich, weil Erlebtes aus dieser Zeit sehr stark wirkt. Körper lernen dann besonders viel und merken es sich, bis wir sterben.

Intensive und schlechte Erlebnisse als Kinder hatten wir ausnahmslos alle. Diese Erlebnisse haben uns überfordert. Und diese Überforderung konnten wir körperlich sehr stark spüren. So stark, dass es beinahe unerträglich war.

Wenn uns aber jemand in diesem Moment zur Hilfe gekommen ist, haben wir uns wieder beruhigt und wohlgefühlt.

Leider können Menschen oft nicht ausreichend für Kinder da sein. Und damit ist nicht nur offensichtliche Vernachlässigung gemeint. Es reicht oft schon, dass Eltern z. B. sehr viel arbeiten müssen oder Stress haben.

Dann sitzen wir in der Falle: mit den Ereignissen können wir alleine nicht gut umgehen und Unterstützung haben wir auch nicht so richtig.

Ein letzter Ausweg bleibt uns allerdings noch: wir schneiden uns davon ab, was wir gerade empfinden. Alles nicht mehr so schlimm.

Das gehört zu unseren Überlebensstrategien und es ist wertvoll das zu können. Denn es schützt uns und macht uns oft erst einmal handlungsfähiger.

Den Preis, den wir dafür aber zahlen, ist hoch: wir trennen uns auch etwas von allem, was wir vielleicht gerne spüren möchten. Lebendigkeit. Zuneigung. Stärke. Glück. Verbindung. Nähe.

Frau sitzt mit angezogenen Beinen auf Stuhl in weiß eingerichtetem Zimmer und sieht durch weißen Vorhang aus dem Fenster

Was uns überleben ließ, hält uns gefangen

Um das wieder vollständig zu erleben, müssten wir uns neu mit uns und der Welt verbinden können. Sobald das schlechte Erlebnis vorüber ist, wäre die Gelegenheit dazu.

Meistens können wir sie jedoch nicht nutzen. Z. B. weil wir nicht die Aufmerksamkeit, Zuwendung, Zeit und Sicherheit bekommen, die wir dafür bräuchten.

Wir können keine neue Erfahrung machen, die uns z. B. lehrt, dass wir gehalten und getragen werden. Und die uns lehrt, das Vergangenes vergangen ist.

Immerhin - wir haben die Situation ja überlebt. Das Leben geht weiter und fordert uns. Keine Zeit, um innezuhalten und Erlebtes zu integrieren.

Stattdessen bleiben wir ein bisschen eingefroren und abgeschnitten. Und jedes Mal, wenn wir etwas sehr Intensives erleben, schneiden wir uns wieder von Empfindungen ab. Und wieder. Und wieder.

Und irgendwann haben wir das so oft gemacht, dass es automatisch passiert. Es betrifft mehr und mehr Situationen unseres Lebens. Aber wir merken es nicht. Und können uns auch nicht bewusst daran erinnern, dass sich das Leben vielleicht einmal anders angefühlt hat.

Wir sind einfach allgemein etwas tauber geworden. Was taub ist, spürt man nicht mehr. Es wird zum blinden Fleck.

Blaugünes Auge einer Frau sieht durch Lücke in großem, grünen Blatt

Wir machen es wie alle anderen

Das fällt auch nicht besonders auf, denn Menschen, die weniger betäubt sind, treffen wir kaum. Und wenn doch, fragen wir uns, was das für eine außergewöhnliche Person ist. (Spoiler: eine fantastische Person, wie du selbst auch!)

Die Taubheit ist ein Grundmuster unserer Gesellschaft. Die Strukturen unserer Gesellschaft sichern das Überleben, nicht das glückliche Leben. Trotz soviel Wohlstand - eines haben wir verpasst zu kultivieren: einen lebendigen Umgang mit intensiven Erlebnissen.

Wir bekommen in einer solchen Umgebung kaum die Möglichkeit etwas Neues zu erfahren und zu erleben. Wir können nicht von einander lernen, denn wir machen es alle ähnlich.

Damit bleiben wir in unserer Vergangenheit verhaftet. Auf der Suche nach etwas, das hinter dem liegt, das irgendwie nicht stimmt.

Rückansicht von Frau mit langen dunklen Haaren, schwarzem Schal und Rucksack auf nebligem Weg umgeben von Felsen

Welche Reise vor uns liegt

Wir können finden, was wir suchen. Mehr Glück, mehr Freude und mehr Lebendigkeit in unserem Leben.

Unser Weg führt uns dahin, wahrzunehmen, was wir empfinden. Und zu lernen, diese Empfindungen in uns zu halten - und gehen zu lassen.

Wir tauen aus unserer Taubheit auf. Wir werden flexibler, durchlässiger, friedlicher.

Es wird nicht immer angenehm sein. Denn wir haben ja vieles eingefroren, was wir nicht spüren wollten oder wollen. Und das fühlt sich erstmal nicht so an, wie wir uns Glück vorstellen.

Die gute Nachricht aber ist: wir müssen nicht jedes schlechte Erlebnis im Detail durchkauen. Wir können im Hier und Jetzt unsere Empfindungen kommen und gehen lassen - und dabei die Vergangenheit tatsächlich vergehen lassen. Wir können nachholen, zu lernen, was wir verpasst haben.

Langhaarige dunkelblonde Frau lächelt leicht und lehnt auf Geländer während sie mit einer Hand ihren Kopf abstützt

Was wir auf unserer Reise brauchen

Was wir dafür brauchen, ist ein sicherer Raum. In dem wir erleben dürfen, dass wir stark genug sind für das, was da in uns auftaucht.

Und Zeit, in der wir uns langsam sein lassen. Dann können wir uns in kleinen Schritten, an die neue Heimat in unserem Körper gewöhnen.

Wir können es uns bequem machen. Und ganz vorsichtig üben, z. B. wahrzunehmen, welche Empfindung unser kleiner Zeh uns sendet.

Dafür ist somatisches Coaching bei ZOYA da.

Was hast du für Erfahrungen beim Wahrnehmen deines Körpers? Und was spürst du, wenn du etwas spürst?


Was sind deine Gedanken und Erfahrungen? Schreibe gerne einen Kommentar – ich freue mich darauf, dir zu antworten!

Wenn du mit mir arbeiten magst, stöbere gerne in meinen Angeboten. Mit einer Nachricht erreichst du mich persönlich.

Lass uns leben,

Deine Anna