Körpergefühl – Schwarze Frau mit langen Haaren und einem bunten Kleid lacht vor türkisem Hintergrund

Wohlfühlen im eigenen Körper – wie dein Körperbild dich beeinflusst

ZOYA und der Körper
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Inhaltsverzeichnis

Ein gutes Körpergefühl!

Alles harmoniert perfekt miteinander. Du fließt durch den Tag. Nichts kann dich aufhalten. Sogar die vom Tisch kippende Tasse fängst du noch in der Luft. Du lachst, du räkelst dich entspannt, fühlst dich wohl und genau richtig in dir selbst.

Spürst du dieses wunderbare Körpergefühl?

Leider gibt es da noch andere Tage: alles ist irgendwie unbequem. Ständig fällt etwas um, man läuft gegen den Türrahmen. Keine Kleidung ist die richtige. Anstrengend. Abends auf dem Sofa bleibt die innere Unruhe. Man fühlt sich falsch in der eigenen Haut. Nie mehr solche Tage bitte…😵‍💫

Ist das möglich?

Naja, ein Körpergefühl ist nie statisch. Es ist eine Momentaufnahme. Mehr und weniger angenehme Tage wird es darum immer geben. Aber du kannst beeinflussen, in welchem Bereich sich dein Körpergefühl grundsätzlich aufhält.

Damit hast du eine große Chance auf einen Wohlfühl-Alltag, auch wenn es dann mal Ausnahmen gibt. Abhängig von deiner persönlichen Situation kann das zwar einige Zeit dauern, aber geht!

Zwei Aspekte machen dieses grundsätzliche Körpergefühl aus:

  1. die Gefühle du gewöhnlich gegenüber deinem Körper hast und
  2. wie zu Hause du dich allgemein in deinem Körper fühlst.

Lass uns sehen, um was es da genau geht:

Wie das Körpergefühl entsteht

Nach unserer Geburt lernen wir unseren Körper in der Welt kennen. Wir lernen:

  • unseren Körper wahrzunehmen (Körperwahrnehmung) und
  • uns mit unserem Körper zu bewegen (sensomotorische Integration).

Das passiert nicht isoliert in uns selbst, sondern immer im engen Kontakt mit unserer Umgebung. Die Körperwahrnehmung wird z. B. von abgestimmtem Körperkontakt mit unseren Bezugspersonen gefördert. Die sensomotorische Integration wird unterstützt durch eine reizvolle, interessante Umgebung, die wir durch Bewegung entdecken können.

Körpergefühl – Kind in grüner Jacke kurz bevor es mit den Händen eine Seifenblase zerplatzen lässt

Wie du deinen Körper heute erlebst, hat seine Wurzeln genau dort, in den ersten Monaten deines Lebens. Aber da endet es noch lange nicht: seither hast du ja viele Jahre Erfahrungen mit deinem Körper gemacht. An diese Erfahrungen kannst du dich bewusst und unbewusst erinnern und das zeichnet sich in deinem sogenannten Körperbild ab.

Springen wir dafür nochmal an den Anfang deines Lebens:

Entwicklung des Körperbilds

Körperbild und Körperschema

Aus den Einflüssen von außen, innen und deinen fortlaufenden Erinnerungen entsteht in den ersten zwei Lebensjahren in dir ein Körperschema. Das sind erste innere Landkarten, die deinen Körper in dir abbilden und mit denen du ihn von der äußeren Welt unterscheiden kannst: „das hier gehört zu meinem Körper, das nicht“.

In den darauffolgenden zwei Jahren entwickelt sich daraufhin dein Körperbild. Das ist integriertes und reflektiertes Wissen über deinen Körper. Du kannst deinen Körper erkennen und bereits beurteilen – wie aus der Perspektive einer dritten Person: „das im Spiegel ist mein Bein, nicht das von Mama“.

Veränderung des Körperbilds

Dein Körperbild verändert sich im Laufe der Zeit.

Du entwickelst dich nicht nur körperlich weiter, sondern beobachtest und vergleichst dich auch. Dabei fällst du über dich und die Welt Urteile. Wie diese ausfallen, hängt von diversen Faktoren ab:

  • die Veränderung deines Körpers (z. B. Wachstum),
  • neues Wissen über deinen Körper (z. B. Anatomie),
  • Erlebnisse und der Kontakt mit anderen Menschen (z. B. Eltern),
  • Interaktionen in sozialen und anderen Medien (z. B. Instagram, Bücher),
  • usw.

Daraus entsteht dann ein eher negatives oder eher positives Körperbild:

Körperbild – Schwarzes Kind sieht vor einem Café auf ein Smartphone

Negatives Körperbild

Entstehung eines negativen Körperbilds

Aufgrund von unangenehmen und bedrohlichen Ereignissen kannst du zu dem Schluss kommen, dass mit dir und deinem Körper „irgendwas nicht richtig ist“.

Anlässe dafür sind unendlich:

  • gesellschaftliche Ideale, denen du nicht entsprichst,
  • überwältigende Erlebnisse jeder Art,
  • abwertende Kommentare,
  • Bezugspersonen, die ihren Körper hässlich finden,
  • usw.

Vielleicht verurteilst du nun deinen Körper in seiner Form, wertest ihn aufgrund seiner Leistungsfähigkeit ab oder hast Angst vor deinen Körperempfindungen – vielleicht ist es auch etwas ganz anderes. Aus allem aber folgt: irgendwie ist und funktioniert dein Körper nicht „wie er soll“. Dein Vertrauen in ihn sinkt und so wird auch eure Beziehung immer schwieriger.

Das wirkt sich wiederum darauf aus, wie du mit dir und deinem Körper umgehst, z. B. wie und was du isst – oder ob du vielleicht auch bestimmte Situationen meidest, z. B. dich im Schwimmbad in Badekleidung zu zeigen.

Mit dem eigenen Körper unzufrieden

Man spricht dann von einem „negativen Körperbild“, das oft mit viel Unzufriedenheit einher geht. Zu Hause in deinem Körper fühlst du dich dann nur noch selten. Wer will schon irgendwo zu Hause sein, wo es unangenehm und bedrohlich ist?

Und das ist ein Spektrum: du musst deinen Körper dafür nicht gleich hassen – es beginnt z. B. damit, dass du denkst, deine Füße sollten kleiner sein oder du von deinen Empfindungen genervt bist.

So etwas begleitet dich als Körpergefühl in jedem Moment durch dein Leben und macht alles komplizierter, anstrengend, überfordernd – oder auch langweilig und leer. Sogar wenn du deinen Körper ignorierst, stehst du ständig latent im Kampf mit ihm und damit auch mit dir selbst.

Körperbild – Frau mit ernstem Blick verliert eine Träne

Verzerrtes Körperbild: Körperbildstörungen

Ist das besonders stark, können daraus sogenannte „Körperbildstörungen“ entstehen. Das ist oft Gegenstand von Therapien: bei psychosomatischen und psychiatrischen Diagnosen wie z. B. Anorexia nervosa oder dem Postraumatischen Belastungssyndrom, aber auch bei Krebserkrankungen oder Schwangerschaften und Geburten.

Allerdings muss es soweit gar nicht reichen. Es genügt schon ein Aufwachsen in unserer Kultur und der ganz gewöhnliche gesellschaftliche Alltag – und wir verlieren regelmäßig die Verbindung zu uns.

An irgendeiner Stelle finden wir uns zu empfindlich, zu schwach, zu dick, zu groß, zu laut, zu leise. Ganz grundlegend ist da „wirklich etwas nicht ganz richtig“ mit uns selbst. Was ist es bei dir?

Positives Körperbild

Mit einem positiven Körperbild ist das Leben einfacher. Du befindest dich nicht nur in Frieden mit dir selbst – du magst deinen Körper und kannst dich in ihm zu Hause fühlen. Und das hat tiefgehende Folgen für den Umgang dir selbst!

Das alles gelingt besser mit einem positiven Körperbild (nach den Wissenschaftler*innen Tracy L. Tylka und Nichole L. Wood-Barcalow):

  • Selbstfürsorge & Fürsorge für den Körper,
  • Herausfiltern von Informationen, die dem Körper und Körperbild schaden könnten,
  • Intuitives Essen,
  • Wohlfühlen im eigenen Körper,
  • Selbstbewusstsein,
  • Annahme und bewusster Umgang mit einem Körper, der nicht einem bestimmten Ideal entspricht,
  • weites Verständnis von Schönheit, nicht ausschließlich an einem bestimmten Schönheitsideal orientiert
  • Wertschätzung des Körpers, auch bezüglich seiner Funktion und Fähigkeiten,
  • Liebe für den eigenen Körper.

Wie wäre dein Alltag, wenn dir das gelänge? Wer wärst du dann? Nimm dir einen Moment dir das vorzustellen!

Körperbild – Frau mit rotem Lippenstift, roten Haaren und vielen Sommersprossen lacht

Körpergefühl verbessern

Körperbild und Emotionen

Mit einem positiven Körperbild hast du deutlich höhere Chancen dein Körpergefühl zu verbessern. Im Gegenzug ist es sehr schwierig dich in deinem Körper wohler zu fühlen, wenn du ihn nicht leiden kannst. Mach mal eine Bestandsaufnahme: welche Beziehung hast du zu deinem Körper? Was magst du, was magst du nicht?

Du wirst schnell merken, dass dieses Thema mit starken Emotionen verbunden ist. Gerade wenn du kein so positives Körperbild hast, kommen in der Regel schnell Scham, Angst, Trauer, Wut und manchmal auch Ekel hoch.

Wie gut kannst du mit diesen Emotionen umgehen? Wir lernen das oft nicht. Deswegen fühlen wir uns auch schnell überfordert, wenn unangenehme Gefühle stärker werden, insbesondere wenn sie unseren eigenen Körper betreffen.

Bevor du also den Versuch unternimmst dein Körperbild zu verändern, lerne erst richtig gut mit deinen Emotionen umzugehen. Denn dann musst du dir selbst bei diesem Thema nicht ständig ausweichen. Du kannst z. B. deiner Scham direkt „in die Augen“ sehen und sie ganz bewusst transformieren. Ich begleite dich gerne dabei!

Dich deinem Körper nähern

Trotzdem habe ich noch einen Tipp, wenn du gleich etwas unternehmen möchtest. Bei deiner Bestandsaufnahme zu deiner Beziehung zu deinem Körper hast du wahrscheinlich einiges gefunden, mit dem du nicht so zufrieden bist. Davon pickst du dir eine Sache raus: z. B. magst du vielleicht deinen Bauch nicht so.

Und dann machst du etwas ganz einfaches: Reibe deine Hände ein bisschen warm und dann lege sie bewusst auf deinen Bauch. Lass sie solange dort liegen, wie es dir gelingt, bewusst deinen Bauch unter deinen Händen und deine Hände auf deinem Bauch zu spüren. Mache das eine Woche lang jeden Tag einmal.

Was verändert sich? Was kommt dir dabei in den Sinn? Mach dir Notizen! Das ist der erste Schritt auf dem Weg zu dir selbst.

Körpergefühl – Eine Hand auf einem Arm

Deine Beziehung zu dir selbst

Du hast sicher schon oft den Tipp gelesen, dir selbst gut zuzureden: „Ich bin schön, mein Körper ist wunderbar, ich liebe mich“ etc.. Das ist eine nette Idee und solange dich das unterstützt ist das auch ok. Aber gewöhnlich reicht das nicht. Das Problem: du glaubst dir selbst nicht oder zu wenig. Genau wie wenn ich dir sagen würde „dein Körper ist doch toll“. Äh ja, danke.

Dein Körperbild ist eng mit deinem Leben, deinen Erinnerungen und deiner Identität verbunden. Wenn du daran etwas verändern möchtest, dann wirst du zwangsläufig auf Lebensthemen stoßen. Das ist nicht mal eben erledigt. Du veränderst die Beziehung zu dem Menschen, der dich dein Leben lang begleitet: dir selbst! Eine ganz schön große Sache also.

Für mehr Informationen, sieh dich gerne weiter im ZOYA | MAGAZIN um. Du findest dort z. B. etwas über Gefühle und Körperwahrnehmung.

Aber ich weiß: es alleine einfach schwierig. Ich begleite dich gerne persönlich, vereinbare einfach einen ersten Kennenlerntermin!


Welche Erfahrungen hast du schon mit deinem Körperbild und Körpergefühl gemacht? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, ich freue mich darauf, dir zu antworten! ✍🏻

 

Häufige Fragen

Quellen

Zum Konzept und zur Entstehung des Körperbilds sowie zu den Facetten eines positiven Körperbilds:

  1. Riva, Guiseppe: The neuroscience of body memory: From the self through the space to the others. Cortex, 104 / 2018. []
  2. Tylka, Tracy L. / Wood-Barcalow, Nichole L.:  What is and what is not positive body image? Conceptional foundations and construct definitions. Body Image, 14 / 2015.
  3. Tylka, Tracy L. / Wood-Barcalow, Nichole L.: The body appreciation scale-2: item refinement and psychometric evaluation. Body Image, 12 / 2015.

Vergiss nicht, mir ein paar Worte zu hinterlassen – ich freue mich darauf, dir zu antworten!

Wenn du mit mir arbeiten magst, vereinbare gerne einen Termin. Mit einer Nachricht erreichst du mich persönlich.

Lass uns leben,

Deine Anna